News

Facebook World Conference – Recap

 

von Jessica Feneberg und Branden J. Vollhals

Es war der 13. März, meine zwei Kolleginnen und ich (+ ca. 40 weitere Teilnehmer) wurden recht herzlich von Michael Bräu zur 2019 Facebook World Conference begrüßt.

Das Programm klang spannend und vielversprechend, die Speaker kamen mehrheitlich aus kleineren und social-spezialisierten Agenturen. Anwesend waren aber auch ein paar große Player, die über ihren Social-Erfolg gesprochen haben.

Wie auf einer World Conference nicht anders zu erwarten, waren jeweils ein Repräsentant vom Blauen Giganten aka Facebook und der farbenfrohen Schwester aka Instagram anwesend.

Keynote

Die Keynote wurde von Michael Pietsch von Facebook gehalten: „Netzwerk im Wandel: Wo liegen die größten Potenziale für Werbetreibende?“.

Er fing auch gleich mit den Fakten an:  “Starker Anstieg der Whatsapp Downloads”, BÄM, “starker Anstieg aller Messaging User”, BÄM, “Messaging ist nie neue Normalität”, BÄM, “1 von 3 Posts bekommt ein Engagement”, BÄM, “83% der User kommen nach einem schlechten Kaufprozess-Erlebnis nie wieder”, BÄM, BÄM, BÄM…

Und weiter: “Facebook hilft Dir bei all deinen Problemen… aus Agentur bzw. Advertiser-Sicht liebe ich Facebook… super Daten, Algorithmen und die Performance passt in 80% der Fällen… aber als privater User bin ich sehr skeptisch…”. Auch daran hat Herr Pitsch gedacht: „Wir arbeiten gerade an einem „Clear Button“ für User, die ihre Daten nicht teilen wollen, ihre Daten sind wichtig…“.

Dieser „Clear Button“ löscht mit einem Click alle Daten eines Users auf Wunsch. Kein langes Suchen mehr in den Einstellungen und keine E-Mails an Facebook, die alle 3 Jahre mal angeschaut und bearbeitet werden…einfach nur Click und weg.

Natürlich wurde das ebenfalls als eine Win-Win-Situation dargestellt, einmal für den User – klar – und einmal aber auch für den Advertiser:

„Wir sehen das als Bereinigung der Daten. Die User, die diesen Button nutzen werden, waren von Anfang an schwer erreichbar.“.

Weitere Vorträge und Referenten

Zweiter Referent war Helge Ruff von OneTwoSocial mit dem Thema: “Wer sieht mich und warum eigentlich nicht? Der Facebook-Newsfeed als Hindernis für die organische Reichweite“.

Ich persönlich finde das organische Thema spannend. Ich denke, man muss nur kurz stehen bleiben und darüber nachdenken: Facebook ändert alle naselang seinen Algorithmus zum Nachteil der organischen Reichweite. Derzeit sieht es so aus, dass – wenn man wirklich Glück hat und ECHT guten Content auf der Fanpage hat- , man gerade mal max. 20% der Fans erreicht. Das ist allerdings wieder ein anderes Thema. Zurück zu Helge Ruff:

Er referierte über die offenen Geheimnisse der Erhöhung organischer Reichweite: Fan-Affinität, Beliebtheit, Timing, Content is King, Thumb Stopper, etc..

Sehr spannend fand ich dieses Beispiel: Nachdem bei einem Mode-Kunden die Köpfe der Models auf der Kampagne einfach wegschnitten wurden, wurden angeblich 10x bessere Engagement-Werte erzielt! Warum nicht? Vielleicht funktioniert dieser Trick auch im Performance-Bereich?!

Weiter zu unserem ersten Case: „Unterhaltung für die Massen: Imagekampagnen über Facebook“, gehalten von Dr. Martell Beck von der Berliner Verkehrsgesellschaft.

Eines möchte ich vorweg sagen: Die Kampagne kam aus der Feder unserer Mutter Jung von Matt und die präsentierten Zahlen sprechen wieder einmal für die High Class Kreativität und Qualität ihrer Kampagnen.

Ein Teil der „Weil Wir Dich Lieben“ Kampagne wäre dieser nicht ganz unbekannte Spot der BVG:

Viele Zahlen um Reichweite und Engagement wurden genannt, Dr. Beck ist ein hervorragender Redner. Lustigerweise blieb bei mir auch dieses Detail hängen: Das Durchschnittsalter eines Buses beträgt 35 Jahre.

Die nächsten zwei Vorträge hielten Maximilian Anzile („Kampagnen-Ziele für Facebook definieren”) und Malte Galus („Social Ads Funnel: Auch komplexe Produkte lassen sich über Facebook bewerben“) von den Socialmedia Piraten. Hier ging es eher um operative Themen, für netzeffekt eher basic, dennoch ausführlichst beschrieben.

Fazit für den Vormittag:

Es gab ein Paar interessante Insights, viele Case-Zahlen und Basic-Informationen für Operative. Für den Vormittag wäre meine Zielgruppen-Empfehlung: „Beginner“.

@Jess:

“Bist Du d’accord? Wie hast Du den Nachmittag empfunden?”

Am Nachmittag ging es unter Anderem um Videos als Werbemittelformat und deren Beschaffenheit. Videos für Social müssen nicht zwingend teuer produziert werden. Die Statistiken zeigen, dass auch einfache Videos eine große Reichweite generieren können, oft kommen diese sogar noch besser beim User an. Das Video muss eben zur Zielgruppe passen und vor Allem eines sein: authentisch. Videos nehmen eine immer größere Bedeutung im Online Marketing ein. Zum Vergleich: 2014 gab es 1 Mrd. Videoaufrufe, 2015 waren es bereits 8 Mrd.

Besonders spannend war auch der Vortrag darüber, wie sich das Story-Format effektiv und werbewirksam nutzen lässt. Langsam sollte man sich mit dem Instagram Story Format genauer auseinandersetzten und sich überlegen, wie man es erfolgreich für sich einsetzten kann. Denn es werden mittlerweile mehr Stories als normale Inhalte im Feed gepostet! Stories sind das neue (interaktive) Content Format. Aber wie kann man es nun am besten nutzen? Ganz einfach: man baut spielerisch eine Beziehung zu seinen Followern auf und postet regelmäßig Content, um mit dem User interagieren können. Dazu bietet die Instagram Story eine Vielzahl an Möglichkeiten: Fragen stellen, Umfragen erstellen, Templates erstellen, die die User ausfüllen und dann hochladen können. Ziel: User interagieren mit meinem Content und liefern durch Reposting zugleich neuen Content für die eigene Story. Wenn man das Dialogmedium richtig nutzt, kann man damit nicht nur Beziehungen zu seinen Followern aufbauen, sondern beispielsweise auch zu potentiellen Kunden und Mitarbeitern.

Wir bleiben beim Video: Benedikt Schaumann von Nestlé Wagner hat vorgetragen, wie die TV-Spots für die Social-Media-Kanäle Facebook und Instagram optimiert und welche Ergebnisse damit erzielt wurden. Die Videos werden gekürzt und so angepasst, dass sie durch einfache Bildtexte und auch ohne Ton funktionieren. Zum einen ist es wichtig zu beachten, dass das Produkt und die Brand gleich zu Beginn der Video-Ads gezeigt werden, anders als es im TV Spot der Fall ist. Zum anderen sollte das Video mobile-optimiert werden – also im Hochformat – da über 80% der Werbung mobile passiert. Es bietet sich an, mehrere Versionen eines Videos zu erstellen und diese gegeneinander zu testen, damit die Ausspielung möglichst optimale Ergebnisse erzielt. Das Ergebnis von Nestlé Wagner war eine signifikante Steigerung der Kaufwahrscheinlichkeit um 10%.

Fazit

„@Branden: Ja, ich stimme Dir voll und ganz zu. Insgesamt waren auf der Veranstaltung gute Speaker mit gelungenen Vorträgen zu eigenen Cases und ein paar interessanten Insights. Aber wie bereits am Vormittag war auch der Nachtmittag eher etwas für Einsteiger.“

Weitere Beiträge finden Sie hier »