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JETZT Amazon Konferenz Wien

Am 22. Mai 2019 fand im schicken Wiener „25hours Hotel“ mit Retroflair eine weitere JETZT-Konferenz statt.  Dem Conference Day im April, welcher das Thema „Conversion“ ausführlich behandelte, schloss sich nun eine spannende Konferenz rund um das Thema „Amazon“ an, bei der ein Teil der Wiener netzeffekt-Teammitglieder dabei sein durfte.

Die wichtigsten Learnings

Den Anfang machte Peter Höschl, indem er uns einige Basics wie den Unterschied zwischen Vendor und Seller erklärte. Unter einem Vendor versteht man einen Marktteilnehmer, welcher wie ein Lieferant seine Ware an Amazon verkauft. Amazon übernimmt dann Marketing, Verkauf, Preisgestaltung und Lieferung der Ware. Vorteile gegenüber den Sellern sind ein bis zu 50% höheres Absatzpotential, bessere Einspielungen der Produkte bei Google und, wenn vereinbart, keine Retourpflicht. Andererseits begibt sich der Vendor in relativ hohe Abhängigkeit und muss mit teilweise intransparenten Konditionen und Strafzahlungen rechnen. Seller hingegen sind Dritte, die Amazon als Marktplatz nutzen, um ihre Produkte dort eigenständig zu verkaufen. Sie behalten damit die volle Kontrolle über ihr Produkt. Amazon kann dabei die Lagerung, Verpackung und den Versand der Ware übernehmen.

Es folgten einige Insights von Dominika Casova, die bereits direkt für Amazon gearbeitet hat. Sie schilderte das intensive Bewerbungsverfahren. Auch nach der Einstellung stehen die Mitarbeiter unter starkem Leistungsdruck: Je nach Abteilung müssen zwischen drei und sechs Kontaktanfragen in der Stunde bearbeitet werden. Im Hinblick auf Amazon als Marketplace ist für die Insiderin Omnichannel der goldene Weg: Da Konsumenten heutzutage parallel verschiedene Kanäle nutzen, rät sie zu einem All-Kanal-Vertrieb.

Patrick Kappel spricht im nächsten Vortrag aus der Sicht eines Herstellers. Er verkauft Bedarfsartikel auf Amazon. Bei solchen Produkten ist die Präsenz besonders wichtig. Er gibt uns einige Tipps dafür: Zum einen solle Amazon am besten als eine Art Schaufenster genutzt werden. Er empfiehlt also wirklich alle sieben Bilder auf der Produktseite einzubauen. Mit der Ansicht, Amazon sei mittlerweile die größte Produktsuchmaschine im deutschsprachigen Raum, schließt er sich seiner Vorrednerin an. Bei der Produktbeschreibung rät er dazu, die Möglichkeit der HTML Einbindung wie auch Auflistungsstriche und blau hinterlegte oder kursive Überschriften zu nutzen. Außerdem betont er die Wichtigkeit von Kundenanfragen. Diese sind immer zu beantworten.

Nach einer spannenden Podiumsdiskussion über DSGVO, e-Privacy-Verordnungen und Digitalsteuer, welche der Frage nach dem Sinn dieser Vorgaben nachgeht, erzählt uns Thomas Schamberger (siehe Bild oben) über sein Unternehmen „Paulis Kitchen“. Sein Erfolgsrezept begründet sich unter anderem in der Einstellung, dass jedes Produkt ein Problem lösen solle. So wird Notwendigkeit hergestellt. Er empfiehlt das Sellerboard, ein Tool, das Amazon-Verkäufe vereinfacht. In Bezug auf Amazon Ads betont er, wie wichtig bei einem Enhanced Brand Content ein mobile friendly Design ist. Viele Verkäufer neigen dazu, zu viel Text in den Content zu packen. Spätestens beim dritten Swipe Up wird ein zu textlastiger Content den meisten Kunden aber zu viel.

Im Anschluss erklärt Florian Nottorf, wie man Amazon Ads zum besten Preis pro Klick schaltet. Er stellt „Adference“ vor, ein Tool speziell für Amazon Sponsored Ads, welches mit Google Ads vergleichbar ist. Neben dem altbewährten Trick „testen, testen, testen“ gibt er uns vier weitere Kurztipps mit. Erstens: Deaktiviere schwache Produktanzeigen. Zweitens: Nutze negative Keywords. Drittens: Vermeide Budgetlimits. Viertens: Nutze die individuellen Ausrichtungen bei Auto-Kampagnen.

Den Abschluss macht schließlich Eric Hofmann mit seinem Vortrag „Die 7 Todsünden des E-Commerce“. Die erste Sünde, „Hochmut“, ist für ihn die Annahme, dass sich Offline Erfolge online fortsetzen werden. Er rät diesbezüglich zu einer datenbasierten Entscheidungsfindung. Unter „Neid“ versteht er die zu starke Orientierung an der Konkurrenz anstatt sich eigene, innovative Strategien zu überlegen. „Trägheit“ wird laut ihm durch zu hierarchische Strukturen und lange Entscheidungswege hervorgerufen. Ein agiles Mindset sollte aufgebaut werden. Die Sünde „Lust“ überträgt er auf Perfektion. Schönheit sollte nicht über Performance stehen und Planungen sollten nicht zu langfristig und perfektionistisch sein. Man sollte sich auch mal trauen, Abweichungen vom Plan zuzulassen. Zudem empfiehlt er regelmäßige Usertests um Usability Probleme zu finden. „Gier“ ist für ihn fehlende Investitionsbereitschaft, welche meist auf eine eingeschränkte Betrachtungsweise zurückzuführen ist. „Maßlosigkeit“ in Bezug auf einen zu hohen Verregelungsgrad, welcher Performance und Innovation lähmt, könne mit dem einfachen Trick „Kill a stupid Rule!“ häufig ganz einfach beseitigt werden. Die siebte Sünde ist schließlich „Zorn“. Dieser entstehe durch fehlende gemeinsame Ziele, Abteilungsdenken und unterdrücktem Ärger, weswegen er viel von cross-funktionalen Teams hält.

Fazit

Wieder einmal war es sehr spannend, zu hören, welche Erfahrungen die einzelnen Speaker mit dem Giganten Amazon bereits gemacht haben und welche Learnings sie daraus gezogen haben. Durch regen Wissensaustausch und gelungenes Netzwerken konnten auch wir bei dieser Konferenz wieder einige wertvolle Tipps und Tricks mitnehmen.

von Alessa Zehe, Elisabeth Frisch und Amro Albaghdadi

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